Category Archives: Analog

Zeitreise: Unterwegs mit der Boxkamera Zeiss Ikon Tengor 54/2

In Ostfriesland unterwegs mit der 70 Jahre alten Boxkamera

Seit ich mich vor ein paar Jah­ren bei einem Floh­markt­be­such in eine alte Kamera ver­liebt habe, ver­su­che ich hin und wie­der Zeit zu fin­den um die Alltags-Digitalausrüstung gegen einen Foto­ap­pa­rat aus frü­he­ren Zei­ten zu tau­schen.
Das wis­sen mitt­ler­weile auch meine Freunde und Bekann­ten und so werde ich immer wie­der mal gefragt, ob ich nicht Inter­esse an die­sem oder jenen Dach­bo­den­fund hätte. Auf diese Weise fiel mir vor eini­gen Mona­ten auch diese Kamera in die Hände: Eine Zeiss Ikon Tengor 54/2, die Fotografen-Kumpel Elmar (www.elmarpixx.de) mal von sei­nem Opa bekom­men hatte und der mich nun fragte, ob ich sie mal eine Weile lei­hen und aus­pro­bie­ren möchte. Na klar wollte ich -  aller­dings sollte es dann noch unge­fähr ein hal­bes Jahr dau­ern bis ich Zeit hatte und gleich­zei­tig(!) sehr stark die Sonne schien. Denn die „Box” braucht eine Menge Licht… Con­ti­nue rea­ding »

Fotografieren mit „Flohmarktkameras“ — Revue 400 SE 25

Revue 400 SE 25Rück­blick: Auf dem glei­chen Floh­markt, auf dem ich vor eini­gen Wochen auch meine rus­si­sche Geliebte ken­nen­lernte, war ich eigent­lich auf der Suche nach einer Kleinbild-Messsucherkamera. Ich konnte mich erin­nern, im Jahr zuvor einige Minolta Hi-Matic Kame­ras hier gese­hen zu haben und hatte mir vor­ge­nom­men, sollte mir davon wie­der eine „über den Weg lau­fen“, wollte ich sie gerne mal mit­neh­men und aus­pro­bie­ren.
Rela­tiv zu Beginn mei­ner Suche fand ich den Stand von dem net­ten Herrn, von dem ich im Vor­jahr meine erste alte Kamera (eine tsche­chi­sche, zweiäu­gige Spie­gel­re­flex­ka­mera die auf den Namen Flexa­ret hört… aber das ist eine andere Geschichte ;)) erwor­ben hatte und zwi­schen eini­gen ande­ren alten Schätz­chen lag eine kleine sil­berne Kamera mit dem wenig klang­vol­len Schrift­zug „REVUE 400 SE 25“. „Revue“… hmmm — das war doch mal diese Quelle-Hausmarke, aber irgendwo in mei­nem Hin­ter­kopf klin­gelte da noch etwas ande­res. Ich zog also den klei­nen Zet­tel aus der Hosen­ta­sche auf dem ich mir vor eini­gen Tagen etwas aus dem Inter­net notiert hatte: „Revue 400 SE (von Quelle) — zwar nicht bau­gleich, aber von den Leis­tungs­wer­ten iden­tisch mit der Hi-Matic 7sII, meis­tens güns­ti­ger zu haben.“ — Wenn das kein Zei­chen war! In die Hand genom­men (und ver­wun­dert wie schwer und mas­siv die kleine Kamera sich anfühlte), durch den Sucher geschaut (eini­ger­ma­ßen klar, Scharf­stel­len funk­tio­niert), einige Male bei ver­schie­de­nen Zei­ten aus­ge­löst (es klickt sehr leise und sym­pa­thisch, und der nette Ver­käu­fer ver­si­cherte die Zei­ten lau­fen zuver­läs­sig…), Film­trans­port­he­bel läuft sau­ber, Dich­tun­gen sehen noch eini­ger­ma­ßen brauch­bar aus… kur­zes Feil­schen um den Preis, faire Eini­gung und der kleine sil­berne Klotz wan­dert in meine Tasche. Con­ti­nue rea­ding »

Auf dem Flohmarkt… oder: Vom kantigen Charme einer 25jährigen Russin…

Flohmarktschaetze-091951Es war mal wie­der soweit und der all­jähr­li­che Floh­markt­be­such in Bad Bent­heim stand auf dem Pro­gramm. Meis­tens sind Floh­märkte etwas, wo ich stun­den­lang herum fla­nie­ren kann, am Ende in der Regel nix kaufe und dann stolz ver­künde wie viel Geld ich heute wie­der gespart habe. „Meis­tens…“ — denn hin und wie­der gibt es diese Stände von denen ich magisch ange­zo­gen werde, immer dann näm­lich wenn irgendwo eine alte Kamera zwi­schen dem ande­ren Gerüm­pel auf dem Tisch liegt. Häu­fig sind dies dann die übli­chen Ver­däch­ti­gen, irgend­wel­che Box– oder Sucher­ka­me­ras in erbärm­li­chem Zustand bei denen es mir reicht sie kurz in die Hand zu neh­men und nach ein biss­chen Befum­meln wie­der zurück zu legen. Ich suche dabei auch gar nichts Bestimm­tes und eigent­lich will ich ja auch gar nichts kau­fen… Con­ti­nue rea­ding »

Polaroid“ oder genauer analoge Sofortbildfotografie

Nach­dem ich bei Face­book in der letz­ten Zeit immer wie­der mal Polaroid-Fotos  gepos­tet habe, bekam ich einige Nach­fra­gen mit wel­chen Kame­ras man diese Bil­der machen kann. Da sich das Ganze schwer in 1–2 Sät­zen beant­wor­ten lässt, soll der heu­tige Blog­post hel­fen einige Fra­gen zu klä­ren.
Im Rah­men des Retro-Trends der letz­ten Jahre, erlebte auch die Pola­roid– bzw. Sofort­bild­fo­to­gra­fie wie­der einen Auf­schwung. Sofort­bild­fo­to­gra­fie? Was soll das denn jetzt? Jedes Digi­tal­foto ist doch direkt nach dem Aus­lö­sen sowieso auf dem Dis­play zu sehen, ist das nicht auch ein Sofortbild?

Berech­tig­ter Ein­wand. Wer aller­dings schon mal live dabei war, wenn meh­rere Per­so­nen über ein klei­nes wei­ßes Blatt Papier gebeugt ste­hen und sich wie Kin­der freuen, wenn die ers­ten schwa­chen Kon­tu­ren des eben auf­ge­nom­me­nen Fotos sicht­bar wer­den, wird den Unter­schied schnell spüren.

Was macht denn nun aber eigent­lich den Reiz die­ser Bil­der aus, die qua­li­ta­tiv in der Regel mit den bil­ligs­ten moder­nen Digi­tal­knip­sen nicht mit­hal­ten kön­nen?  Ich glaube die Frage ist schon die Ant­wort. Die Bil­der aus einer guten und rich­tig bedien­ten Digi­tal­ka­mera haben mitt­ler­weile ein Niveau erreicht, das nahe an “per­fekt” ist. Und für die meis­ten von uns ist es dazu noch selbst­ver­ständ­lich gewor­den, das was zum per­sön­li­chen Anspruch an das per­fekte Bild fehlt mit Hilfe von Pro­gram­men wie Pho­to­shop nach­zu­ho­len. Aber eben diese Per­fek­tion macht die Bil­der auf gewisse Weise auch ein Stück weit unper­sön­lich und austauschbar.

Sofort­bil­der” bezie­hen ihren Charme mei­ner Mei­nung nach (heute) eben aus ihrer Nicht-Perfektion. Nach dem Aus­lö­sen ent­steht das eine Ori­gi­nal, so wie es eben ist. Und selbst wenn ich es scanne und und anschlie­ßend belie­big oft repro­du­zie­ren kann, wird es immer nur das eine Uni­kat geben und die ande­ren Bil­der Kopien bleiben.

Die, die es sel­ber aus­pro­bie­ren wol­len haben heute drei Mög­lich­kei­ten: Con­ti­nue rea­ding »

Fotografier doch mal… wie früher!

Eine Frage des Geschmacks…

Da ich in die­sem Blog dar­über schrei­ben möchte, was mich foto­gra­fisch gerade beschäf­tigt, wer­den sich die Blog­posts in der nächs­ten Zeit wahr­schein­lich des öfte­ren mit dem ana­lo­gen Foto­gra­fie­ren beschäf­ti­gen. Dazu eins vor­weg: Es geht dabei nicht um das Ent­fa­chen von Glau­bens­krie­gen im Sinne von “ana­log ist bes­ser als digi­tal”, “wer ana­log foto­gra­fiert ist der bes­sere Foto­graf” oder ähn­li­chen Unsinn. Wie will man das auch definieren?

Aber Fakt ist: Ob auf Chip oder auf Film auf­ge­nom­men — Die Bil­der sehen jeweils “anders” aus. Ob man nun den einen oder ande­ren Look lie­ber mag ist dann wie­der Geschmacks­sa­che. Natür­lich kann man digi­tal auf­ge­nom­mene Bil­der auch so bear­bei­ten, dass sie mög­lichst “ana­log” aus­se­hen (nicht umsonst gibt es zu die­sem Zweck unzäh­lige Fil­ter, Tools, Plugins etc.) aber so ganz das Glei­che ist es mei­nes Erach­tens nicht. Damit es nicht zu roman­tisch ver­klärt wirkt: Um nichts in der Welt möchte ich die Digi­tal­fo­to­gra­fie mis­sen und wie­der nur ana­log arbei­ten müs­sen. Dazu hat digi­tal viel zu viele Vorteile.

Trotz­dem reizt es mich hin und wie­der einen Film in eine (mög­lichst alte) Kamera ein­zu­le­gen und so das Tempo aus der Foto­gra­fie zu neh­men… Con­ti­nue rea­ding »